Mein Auto, deine Döner-Bude
Die Zeit hat immer wieder mal elitäre Anwandlungen, über die ich wegen der guten und meist wohlbedachten Artikel üblicherweise hinwegsehe.
Der Heldenepos rund um Helmut Schmidt: Na gut. Sobald die Sonderausgabe zu seinem hundersten Geburtstag erscheint (komplett gestaltet von Helmut Schmidt! Mit seinem Lieblingsbuch im Feuilleton! Jede Seite in Signalrot!) werde ich mein Abo abbestellen, aber vorher geht es noch.
Auch über das Uhrenheft sehe ich hinweg so gut ich kann. Mir wird zwar jedes Mal schlecht vor lauter Prunk (14.000 Flocken für eine Uhr… an wen richten sich solche Beiträge? Will ich da dazugehören?), aber ich weiß ja: Das kommt mal vor, Herr di Lorenzo kann sich an manchen Tagen vielleicht einfach nicht beherrschen, das nächste Mal geht es dann wieder.
Ich merke aber auf, wenn sich so ein elitärer Grundton einschleicht, so geschehen in der letzten Ausgabe im Mini-Artikel von Josef Joffe über die Notwendigkeit des Kapitals und jener, die es schieben:
“Mein Auto, deine Dönerbude, unsere Forschung” würde finanziert, und so ginge es uns ja alle an.
Meine Dönerbude? Sein Auto? Was geht denn da vor? Das ist doch wie Berlusconi, der Arbeiter umarmt.
Mann, Mann, Mann.









