Moblog: Gegenüberwachung

Berufsverbot für Sexualstraftäter

26 01 2008 - 21:28, teilnehmer1
Recht und Gesetz
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Strafen, das muss man sich immer vor Augen halten, haben 4 verschiedene Nutzen:

  • Rache
  • Abschreckung
  • Schutz der Gesellschaft
  • Resozialisierung

Möglicherweise gibt es juristische Theorien, die das feiner aufdröseln, mir als Bürger reicht es aber erstmal so. Unterschiedliche Strafarten erfüllen mal den einen, mal den anderen Nutzen mehr, aber im Großen und Ganzen kommt das hin. Insbesondere die Resozialisation ist ein äußerst wichtiger Punkt, wenn man bspw. bei Gefängnisstrafen eine Dauer festlegt. Es gibt ein Leben nach der Strafe, und wünschenswert wäre es, wenn dieses Leben danach kein Leben davor wird, sondern einfach nur ein Leben.

In manchen Fällen kommt der Schutz der Gesellschaft dann ins Spiel. Jemand wie Hannibal Lector (aus “Das Schweigen der Lämmer”) will niemand gern in seiner Nachbarschaft haben, und nicht nur das, es ist auch eine irgendwie objektiv schlechte Idee. Das hängt vor allem mit der eigenen Schuldeinsicht und der damit verbundenen Reue zusammen – wieder mag es dazu juristisches geben, was weitaus schlauer ist, aber hey, der Rechtswissenschaft zugrunde liegt ja immer ein Gerechtigkeitsempfinden einer Gesellschaft, und das bin unter anderem ich.

Wer bereut, hat die Chance zur Resozialisation. Kann wieder mitspielen. Und solange die Gesellschaft davon nicht bedroht wird, muss das das Ziel sein. Nicht nur, weil die Gesellschaft ein Interesse daran, sondern auch, weil wir das jedem einzelnen schulden: In einer Gesellschaft wird es immer Leute geben, die aus dem System rausfallen. Das muss so. Wenn man sich entscheidet, Wölfe als Haustiere zu halten, indem man sie zu Hunden macht, wird irgendwann jemand gebissen. Wenn man 10 Kinder gemeinsam spielen lässt, wird irgendwann eines weinen. Wenn man 55 Millionen Autos in ein Land mit 80 Millionen Einwohner packt, nimmt man eben 5000 Verkehrstote jedes Jahr in Kauf. Sowas passiert eben. Auch Verbrechen werden immer passieren, und da sie folglich Teil der Gesellschaft sind, muss die Gesellschaft ihr Bestes tun, um gut damit umzugehen. Aus dem gleichen Grund ist übrigens eine KFZ-Versicherung Pflicht. Man weiß: Es wird was passieren. Tun wir doch alle ein bisschen Geld in einen Topf, dann können wir die schlimmsten Sachen wieder geradebügeln. Solidargemeinschaftlich halt.

Bei Verbrechen muss man auch was in einen Topf tun, allerdings nicht nur Geld, sondern auch Mitgefühl und Verständnis, und vor allem viel Willen zur Wiedereingliederung.

In Bayern wird nun erwogen, “rückfallgefährdeten” (?) Sexualstraftätern GPS-Sender mitzugeben, weil sie eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen. Erstmal erscheint mir das sowieso schon falsch, aus folgenden Gründen

  1. Wenn Sexualstraftäter wirklich so triebgesteuert sind, wie ständig behauptet wird, werden sie trotz der GPS-Fußfessel zu Tätern. Die Fußfessel verhindert keine Verbrechen.
  2. Wenn sie nicht so triebgesteuert sind, wie ständig behauptet wird, dann braucht man ihre Persönlichkeitsrechte (Art. 11, Freizügigkeit im gesamten Bundesgebiet) auch nicht wer weiß wie zu beschneiden.

Das ist ja im Grunde schon schwierig genug. Dann erscheint mir aber auch noch doppelt falsch, dass in einem Führungszeugnis vermerkt werden soll, was da so für Straftaten waren:

Alle für den Schutz von Kindern relevanten Straftaten müssen ausnahmslos in einem Führungszeugnis erscheinen. Kindergärten, Schulen und Einrichtungen der Jugendhilfe müssen alle für die sorgfältige Auswahl ihres Personals notwendigen Informationen zur Hand haben. So können weitere Straftaten im beruflichen Umfeld des Täters schon im Vorhinein verhindert werden.
Günther Beckstein

Wie gesagt, an das Verhindern glaube ich nicht so recht. Ich finde es aber auch unabhängig davon schwierig, weil diese Menschen ihre Strafen abgesessen haben. Sie haben ihre Schuld abgegolten. Das ist ein ganz wichtiges Konzept, wie ich finde (und möglicherweise gibt es auch Juristen, die das so sehen), denn sonst wäre jede Strafe lebenslänglich. Ist sie aber nicht: Irgendwann hat man genug gebüßt.
Eine solche Maßnahme jedoch währt ewig, und bedeutet letztendlich ein Berufsverbot für diese Leute – was wiederum ein Grundrecht berührt (Art. 12, freie Berufswahl). Ich halte es für unwahrscheinlich, dass andere Arbeitgeber (also nicht Kindergärten oder Schulen), jemand mit solchen Infos im Lebenslauf eine Chance geben.

Schwieriges Thema. Wenn diese Leute wirklich eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen, ist ein Verhindern von Verbrechen natürlich toll. Müsste man dann überlegen. Wenn sie aber keine Gefahr darstellen, wäre es fürchterlich, ihnen die Chance zu nehmen, wieder Teil der Gesellschaft zu werden. Darf nicht passieren.

Und soll ich euch was sagen? Man kann das leider nicht wissen.
Man weiß leider auch nicht, welche Autofahrer Unfälle verursachen werden, sonst dürften die nämlich nicht mehr fahren. Und solange man das nicht weiß, werden Autounfälle passieren – die sind schlimm, aber scheinbar nimmt die Gesellschaft sie in Kauf (oder fordert irgendjemand, die Autobahnen zuzumachen, um Leben zu retten? Wohl nicht). Mit Verbrechen und Verbrechern werden wir das ähnlich handhaben müssen.

5 Kommentare zu “Berufsverbot für Sexualstraftäter”

  1. Kron.Korken

    teilnehmer 1 for president!

  2. teilnehmer1

    :)

  3. Fevziye

    Wow!!!!!!!
    So viel Scheiße ein einem Stück hab ich ja noch nie gehört. Wie kann man nur so scheiße, egoistisch, ignorant, ekelhaft und dumm sein? Um mit solchen Bestien Mitleid zu haben,muß man sich mit ihnen identifizieren können. Das düfte wohl nur dann Fall sein wenn man sich selbst des Öfteren an andere vergangen hat. Wie kann man nur so krank sein und solche einen Meinung vertreten? Das ist aber kein Wunder bei so einer laschen staatsform wie unser es ist. In dem Leute wegen Steuerhinterziehung 15 Jahre absitzen müssen und Kinderschänder, wie du, höchstens 5 Jahre kriegen und davon in der Regel nur 2 absitzen müssen. Die, die Möglichkeit haben in Freiheit zu sein und ihre Verbrechen als Meinung kundtun können, anstatt in der Folterkammer zu hocken

  4. Mydonoz

    dann solltest Du diesen Leute eine Changce geben !!! Stell sie doch als babysitter für deine KINDER ein!!!

  5. teilnehmer1

    Ah, wunderbar, Google schickt mir Leute, die mich beleidigen und verleumden, zumindest aber mir übel nachreden. Ich will sie trotzdem gern freischalten, weil ich unsere lasche Staatsform gern auch hier im Blog praktiziere. Mehr hab ich nicht dazu zu sagen.

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