Der Elf sieht verdächtig aus.
Es macht mich immer wieder mal froh, wenn die digitale Welt sich doch als Teil der Welt entpuppt. Das ist ja alles nicht mehr trennbar, das Internet ist nicht nur Teil der Gesellschaft, es ist, ebenso wie die ganze restliche Welt, einfach Teil der Welt, in der Gesellschaft stattfindet. Manchmal versuche ich mich zu erinnern, ob ich irgendeine Information im Gespräch, am Telefon oder in einer e-mail erfahren habe, und weiß es nicht.
Das hat nicht nur positive Folgen. Ich habe am Netz auch immer eine gewisse Regellosigkeit geschätzt, eine Unbeschwertheit, und je mehr das Internet Teil der Welt wird, umso weniger ist das so. Ich bin identifizierbar, alles was ich schreibe kann gegen mich verwendet werden… es ist nicht mehr so schön, wie es mal war.
Andererseits gibt es auch ganz große Highlights, wenn die Welt ins Netz einzieht:
Der US-amerikanische Geheimdienst sieht die Gefahren schlicht in der unüberschaubar großen Masse von Nutzern und entsprechenden Anzahl an Gesprächen. Am Beispiel von World of Warcraft wird aufgezeigt, dass inzwischen zehn Millionen Leute spielen würden. Dort finden Millionen von Gesprächen gleichzeitig statt. Es sei um Prinzip unmöglich, das effektiv zu überwachen.Würde es nach Dwight Toavs, ein Professor der National Defense University, gehen, ist die Forderung klar: Auch in “virtuellen Welten” müssen Geheimagenten unterwegs sein. Und angeblich hat auch schon das CIA Grundstücke in diesen neuen Onlinewelten gepachtet, um erste Trainingseinheiten zu absolvieren.
via gulli
Ist das nicht schön? Also, irgendwie ist es auch ganz, ganz schaurig, aber stellt euch doch mal den Arbeitsplatz vor. So ein verschrumpelter, armer James-Bond-Verschnitt quält sich morgens mit einer Tasse Kaffee vor den Rechner, loggt sich als Nachtelf oder meinetwegen als Untoter ein, macht ein paar Quests (damit er unauffällig bleibt, und hochleveln muss er ja auch, sonst kann er gar nicht überall hin) und stellt sich dann irgendwo an eine Ecke.
Das kann doch irgendwie nicht deren Ernst sein. Da muss man doch Chatprotokolle auswerten oder so, die wollen doch nicht wirklich als Avatar da rumlaufen…
Noch dazu auch so eine verrückte Idee. Als würden diese potenziellen Gespräche von Terroristen nicht auch genausogut und viel wahrscheinlicher mit chiffrierten Chat-Programmen stattfinden. Nur weil Millionen von Gesprächen bei WoW laufen, heißt das doch gar nichts. Es laufen im ganzen Netz Milliarden von Gesprächen. Chats, Foren… Wieso gerade WoW?
Aber naja. Feine Anekdote jedenfalls. Ist das bescheuert…









