Gulli
Gulli ist laut Wikipedia “ein Webportal, das sich seit 1998 mit verschiedenen Themen aus den rechtlichen Grauzonen der Internetnutzung beschäftigt. Dominierend sind unter anderem Hacken, Warez und Dateitausch. Es geht aber auch auf Anonymität, Datenschutz und Urheberrecht näher ein”. Aus letztgenannten Gründen verlinke ich die auch.
Heute lese ich bei Gulli, dass da irgendwas mit einem Versteckspiel zu Ende ist. “Aha”, denk ich, “wieso Versteckspiel?”. Offensichtlich war lange nicht klar, wer dahinter steckt, seit die ursprünglichen Macher das verkauft haben. Jetzt gibt es ein neues Impressum, und hinter dem “Hacken-Warez-Anonymität”-Portal steht ein gewisser Valentin Fritzmann aus Wien mit seiner Firma inqnet.
Ich, neugierig wie ich bin, recherchiere mal (wollte ein Photo sehen) und stelle fest: Der gute Herr Fritzmann aus Wien hat ein orthographisch unzumutbares Weblog und verschiedene Domains, die auf recht peinliche Art und Weise eine Selbstbeweihräucherung inszenieren, die so gar nicht zu Gulli passt:
Valentin Fritzmann zeigt sich gern als ein Mann von Welt. Zu Prestige und Luxus gehören für ihn, als großer Geschäftsmann, auch Luxuskarossen, wie Ferrari, Porsche oder Maybach zum ?Guten Geschmack?. Zum einen zeigt er gern, was er hat – Zum anderen liebt er allerdings auch den Luxus und das Besondere, was solch ein Fahrzeug mit sich bringt.
http://www.valentin-fritzmann.org/
Das falsche Encoding der Anführungszeichen ist übrigens von der Ursprungsseite. Neben dem Encoding sind aber auch Grammatik und überhaupt die ganze Aussage völlig daneben. Auch die Tatsache, dass jede Unterseite eine eigene Domain hat, ist an Protzigkeit kaum zu überbieten. Ich bin mir nicht sicher, inwiefern sich Gulli einen Gefallen getan hat, die Trägerschaft durch Inqnet aufzudecken.
Ich bin mir bewusst, dass Gulli natürlich nicht von Herrn Fritzmann gemacht wird, sondern von den Autoren. Auch bin ich mir bewusst, dass schlechte Grammatik und Protzigkeit noch nicht bedeuten, dass man sich nicht für Bürgerrechte stark macht. Dennoch wirkt der Lebenslauf von Herr Fritzmann erstmal vor allem opportunistisch (Firma gegründet, expandiert, verkauft, Firma gegründet, expandiert, verkauft), und nicht besonders ethisch motiviert.
Weitere Recherchen fordern unter anderem zutage, dass die Seiten auf dem gleichen Server liegen wie eine gewisse Interserv AG, die – laut Seitenbetreiber – betrügerische Angebote laufen haben und ihren Firmensitz aus Deutschland verlagert haben. Weitere Infos dazu auch hier, wo Herr Fritzmann auch als Betreiber von firstload genannt wird, die in der Vergangenheit offenbar Rechnungen per Zufallsprinzip verschickt haben (und die übrigens auf ihrer Startseite von Gulli empfohlen werden…).
Ich weiß nicht, inwiefern an diesen ganzen Vorwürfen was dran ist, ich berichte erstmal nur, dass es sie gibt. Erstmal wirkt das für mich aber alles seltsam genug, um einen Blogeintrag zu verfassen. Mal sehen, was mit Gulli jetzt passiert, und wie lange Herr Fritzmann noch im Boot bleibt.










Hier eine weitere zwielichtige Sache von Mr. Fritzmann: http://lawblog.mcneubert.de/2007/02/09/simseven-fze-und-p2p-paradiescom/
Scheint mir wie viel heiße Luft.
Hm, interessant …
Der Link zu http://www.valentin-fritzmann.org/
läuft ins Nirvana und mit dem Link zum Lebenslauf landet man auf der Startseite von Firstload. Von daher kann ich nicht beurteilen, wie weit deine Infos stimmen.
Menschen können sich ändern und zwar jeden Tag. Warum soll da Fritzmann eine Ausnahme sein? Jetzt ist Gulli schon 1 Jahr bei Inqnet und an dem ursprünglichen Konzept hat sich nicht viel geändert. Weder wurde das Portal zur Abzocke-Ecke noch gegen neuestes Porsche-Modell eingetauscht.
Fritzmann von Gestern ist möglicherweise nicht der gleicher Fritzmann von Gestern. Auch der ursprünglicher Gulli-Besitzer ist heute nicht der Gleicher, wie vor 10 Jahren. Wir alle machen Fehler und wir alle lernen (hoffentlich) daraus.
Sorry, es sollte natürlch heißen:
Fritzmann von H e u t e ist möglicherweise nicht der gleicher Fritzmann von Gestern.
Kann ich jetzt leider nicht korrigieren