Schweiz: Informiert oder desinformiert?
In der Schweiz wird im nächsten Frühjahr direkt von der Bevölkerung entschieden, ob biometrische Daten (Fingerabdrücke, digitalisiertes Bild) auf die Pässe kommen (via Gulli).
Das finde ich spannend. Erst letztens las ich, dass eine Mehrheit in Deutschland für mehr Videoüberwachung ist, und dabei fiel mir auf: Man muss extrem gewandt argumentieren, wenn man Bürgerrechte fordert, die die Bürger nicht wollen… Im Grunde wird das schnell hanebüchen und elitär. Begründungen wie “das gemeine Volk versteht eben nicht, wie schlimm das ist” gefallen mir nicht. Andererseits ist es keine Seltenheit, wenn politisch bestimmte Dinge “durch-begründet” werden, und nachher wundert man sich dann doch, ob das alles so richtig war.
Ich jedenfalls werde am 17.5.09 mit Interesse in die Schweiz schauen, denn da macht jetzt die “Freiheitskampagne” genau das, was richtig ist: Informieren. Denn das “Durch-Begründen” basiert natürlich zu einem großen Teil auf Desinformation, beim Thema Videoüberwachung auf der Desinformation, dass es dadurch sicherer auf den Straßen würde. Das muss ich demnächst mal in meiner “Gegenargumente”-Reihe aufnehmen – ich hab nämlich das Gefühl, dass bisher alle Untersuchungen eher zeigen, dass das nicht so richtig viel bringt (außer auf Parkplätzen, da werden wirklich weniger Autos geklaut/ ausgeraubt).
Hier übrigens noch ein schönes Beispiel für Desinformation aus 2006 und 2008, und ein irgendwie schönes (aber völlig unvalides) Video zum Nutzen von Videoüberwachung (AVI, 60 MB).









